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Vet-NewsBpt: Tierärztemangel und die Erhaltung des Notdienstes

Auf dem Neujahrsempfang des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) vergangene Woche in Berlin forderte der Präsident eine schnelle GOT Novelle und Arbeitszeitflexibilisierung zur Erhaltung des flächendeckenden tierärztlichen Notdienstes.

Quelle: Urban/bpt

Auf dem Neujahrsempfang des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt) vergangene Woche in Berlin forderte der Präsident eine schnelle GOT Novelle und Arbeitszeitflexibilisierung zur Erhaltung des flächendeckenden tierärztlichen Notdienstes. Rund 50 Gäste waren der Einladung gefolgt, allen voran die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Dr. Ophelia Nick, und der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, Hermann Färber.

Berufspolitisches Thema Nummer 1 war das aktuell für die Tierärzteschaft mit Abstand drängendste Problem, der Tierärztemangel. Damit eng verknüpft ist der in vielen Regionen auf der Kippe stehende tierärztliche Notdienst. „Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium geplante Überarbeitung der tierärztlichen Gebührenordnung ist begrüßenswert und ein Schritt in die richtige Richtung. Denn nur wenn Tierarztpraxen mehr Ertrag erwirtschaften, können die Arbeitsbedingungen für unsere angestellten Tierärztinnen und Tierärzte verbessert und mit einer leistungsgerechten Bezahlung ein Verbleib in der Praxis gewährleistet werden“, betonte der bpt-Präsident und unterstrich, wie wichtig eine schnelle GOT-Anpassung sei.

Arbeitszeitenflexibilisierung wichtiger Punkt gegen Tierarztmangel

Mindestens genauso dringend brauche es eine Flexibilisierung beim Arbeitszeitgesetz für Berufe die gesetzlich zum Notdienst verpflichtet sind. Beispielsweise wäre eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ebenso hilfreich wie die 1:1 Anwendung der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Auch würde es helfen die Ausnahmeregelungen des Arbeitszeitgesetzes wie „Sonderregeln für Notfälle und außergewöhnliche Fälle“ einfacher und einheitlicher zu definieren. Der bpt-Präsident appellierte deshalb an die Abgeordneten, die Spielräume des EU- und des nationalen Arbeitszeitrechts zu nutzen, um den tierärztlichen Notdienst am Laufen zu halten, bevor es zu spät ist.

Zunehmende Bürokratie verstärkt Mangel

In Zeiten des Tierärztemangels könne man sich überdies keinen bürokratischen Mehraufwand für Tierärzte ohne jeglichen erkennbaren Nutzen mehr leisten, bekräftigte Moder im Hinblick auf die von der Ampel-Koalition beabsichtigte Einrichtung einer Tiergesundheitsdatenbank und die tierärztliche Erfassung von Antibiotikanwendungen für das Antibiotikaminimierungskonzept. „Insofern ist es für mich unverständlich, dass im Koalitionsvertrag hier keine stärkere Einbindung der Tierärzteschaft enthalten ist. Dabei sieht das neue EU-Tiergesundheitsrecht die verpflichtenden tierärztlichen Bestandsbesuche doch bereits seit April vergangenen Jahres vor. Mit diesen regelmäßigen und außerhalb von Akutfällen durchzuführenden Tiergesundheitsbesuchen und einer Analyse der Tiergesundheitsfaktoren wäre das Ziel ‚Vorbeugen statt Heilen‘ erreichbar.

Weitgehende Unterstützung signalisierte der bpt-Präsident hingegen zu den von BMEL-Staatssekretärin Dr. Nick skizzierten Vorhaben der Koalition im Bereich Tierschutz, wie den Lückenschluss bei den Nutztierhaltungsverordnungen und der verantwortungsvollen Heimtierhaltung. Sowohl die Staatssekretärin wie auch der Ausschussvorsitzende, Hermann Färber, und die Schirmherrin der Veranstaltung, Gitta Connemann, versprachen in ihren Grußworten, sich insbesondere um den Tierärztemangel kümmern zu wollen, denn, so Färber, „kranke Tiere müssen 24 Stunden behandelt werden können“, alles andere sei schlichtweg tierschutzwidrig.

 

Quelle (nach Angaben von): Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (14.01.2022). Neujahrsempfang in Berlin: bpt-Präsident fordert schnelle GOT-Novelle und Arbeitszeitflexibilisierung zur Erhaltung des flächendeckenden tierärztlichen Notdienstes. Im Internet: https://www.tieraerzteverband.de/bpt/presseservice/meldungen/2022/2022_01_14_bpt-neujahrsempfang.php