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NeurologieDurch Schimpansen das menschliche Gehirn besser verstehen

Wie hat sich das menschliche Gehirn evolutionär entwickelt? Dieser Frage sind Forschende anhand von Schimpansen, den nächsten lebenden Verwandten des Menschen, nachgegangen.

Portrait eines Schimpansen
Edwin Butter/stock.adobe.com

Durch die Erforschung des Schimpansengehirns wollen Forschende die Evolution des menschlichen Gehirns besser verstehen.

„Unser Forschungsansatz konzentriert sich vor allem auf das Verständnis der Verbindungen zwischen verschieden Regionen im Schimpansengehirn und wie diese Erkenntnisse dazu beitragen können, das menschliche Gehirn besser zu verstehen. Diese Vernetzung ermöglicht den Austausch von Informationen und ist von entscheidender Bedeutung für die Funktionsweise komplexer Prozesse im Gehirn, wie der menschlichen Sprache“, sagt Cornelius Eichner, Erstautor der Studie. „Eine besondere Herausforderung ist dabei, Tierversuche durch eine ethisch nachhaltige Forschung zu ersetzen" betont Alfred Anwander, Letztautor der Studie. „Dazu wurde eine neue Tomographie-Methode entwickelt, die es ermöglicht, das Gehirn von natürlich verstorbenen Schimpansen aus der Wildnis oder aus Zoos zu untersuchen.“

„Diese MRT-Daten bieten eine beeindruckende Detailtiefe, die weit über bisher mögliche Messungen hinausgeht. Sie ermöglichen uns nicht nur ein besseres Verständnis des Schimpansengehirns, sondern eröffnen auch die Möglichkeit, diese Erkenntnisse auf das menschliche Gehirn zu übertragen. Bezogen auf das Sprachnetzwerk und andere Nervenfaserverbindungen erlaubt uns dieser Datensatz einen Vergleich mit unseren evolutionär nächsten noch lebenden Verwandten, mit denen wir einen letzten gemeinsamen Vorfahren vor etwa 7 Millionen Jahren teilen.“, erklärt Eichner weiter.

Zusammen mit den Daten präsentieren die Forschenden eine innovative und validierte Methode zur 3D-Abbildung der komplexen Nervenfaserstrukturen. Auf diese Weise werden die komplizierten neuronalen Verbindungen und Netzwerke im Gehirn von Schimpansen sichtbar und mit den offen zugänglichen Daten auch für andere Wissenschaftler*innen nutzbar. Damit kann diese Ressource wesentlich dazu beitragen, die Evolution des menschlichen Gehirns besser zu verstehen und die Forschung auf diesem Gebiet voranzubringen.

„Chimpanzee Brain Connectivity Atlas“

Der Atlas mit allen Daten ist hier zugänglich: Chimpanzee Brain - Chimpanzee Brain (mpg.de)

Quelle (nach Angaben von):

Verbindungen im Schimpansengehirn sichtbar gemacht | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (mpg.de). 27.06.2024

(JD)