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Vet-NewsUmweltschutz und Energiekrise – Tipps für Tierarztpraxen!

Energy saving concept. Woman's hand inserting Euro cash in piggy
Evgen / stock.adobe.com

Die Energiekosten steigen und die Gefahr einer Energiekrise ist groß. Gekoppelt an die  Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz, die präsenter denn je sind, gibt es auch in Tierarztpraxen viel Potenzial, um Energie zu sparen, Kosten zu vermindern und gleichzeitigt an die Umwelt zu denken.

Auch wenn der Betrieb noch so klein ist, Klimaschutz beginnt bei jedem Einzelnen und Energie sparen ist ein wichtiger erster Schritt, nicht nur aufgrund der steigenden Preise. Energiesparpotenziale gibt es in jeder tierärztlichen Praxis, doch dazu müssen die CO2-Bilanz und verursachte Emissionen bekannt sein. Schlussendlich lohnt es sich aber, sich  als Praxisinhaber*in mit der Thematik zu beschäftigen, um Kosten zu senken und eine zukunftsorientierte und umweltbewusste Praxis zu führen.

Welche Schritte sind entscheidend?

Auf dem Weg zu einer nahezu klimaneutralen Praxis mit gleichzeitiger Verringerung von Kosten und Steigerung des Umweltschutzes gibt es einige Punkte:

Energie

Gezieltes Stoßlüften und moderates Heizen kann Energie sparen, doch das ist längst nicht alles. Smarte Heizungen und Klimaanlagen sorgen dafür, dass keine Energie unnötig verschwendet wird, denn die smarten Thermostate passen die Heizung an die Wettervorhersage an und erlernen zusätzlich thermische Eigenschaften des Gebäudes, um effizienter zu heizen und zu kühlen. Aber auch die Wahl des richtigen Stromanbieters ist wichtig. Hier lohnen sich Vergleichsportal, um den besten Anbieter von Öko- und Naturstrom mit Strom aus erneuerbaren Energien zu finden.

Vor allem ältere Praxen sollten die vorhandene Technik überprüfen und umrüsten, denn moderne Anlagen sparen Energie und reduzieren den Verbrauch. Aber auch Fenster können eine Schwachstelle darstellen, wenn sie nicht gut gedämmt sind. Vielleicht kann sich für die Praxis auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach lohnen?

Und wem das erst einmal zu teuer ist, der beginnt mit kleinen Veränderungen

  • Perlatoren für die Waschbecken: sie reduzieren die Menge des durchfließenden Wassers, mischen Luft bei und sorgen gleichzeitig für einen gleichmäßigen und breiteren Strahl, wodurch sie Wasserverluste verhindern und Wasser und Energie einsparen.
  • Bildschirmschoner aus: anstelle des Bildschirmschoners sollte der Monitor bei Nichtbenutzung ausgeschaltet werden; alternativ kann man die  Option „Ruhezustand“ für Pausen und Besprechungen nutzen
  • Notebook statt PC: Notebooks sind im Vergleich zum Desktop-PC energieeffizienter.
  • WLAN-Router und Repeater nachts auszuschalten
  • Bewegungsmelder: sie regulieren  die Beleuchtung in weniger genutzten Räumen, bspw. der Toilette regulieren,
  • Elektrogeräte ersetzen: alte Elektrogeräte können sehr viel Strom verbrauchen und sollten, wenn möglich, ersetzt werden
  • Akkus statt Batterien: Für kleinere Elektrogeräte (z.B. Otoskop) sind Akkus Batterien vorzuziehen. Akkus erst aufladen, wenn sie fast leer sind

Beratungsangebote

Die richtige Beratung bei der Einsparung von Kosten und Energie ist eine ebenso wichtige Vorraussetzung wie der Gedanke an den Umwelt- und Klimaschutz. Deshalb ist es sinnvoll, sich als Praxisinhaber*in eingehend beraten zu lassen, um ein zielführendes Konzept zu erstellen. Vielfach ist es auch möglich, für eine Klimaschutzberatung eine Förderung in Anspruch zu nehmen, hier lohnt es sich zu erkundigen.

Folgende Beratungsangebote können helfen: 

Verbrauchsmaterialien

Aufgrund der notwendigen Hygiene in der Tiermedizin werden in den Praxen viele Einmal- und Wegwerfartikel verwendet, doch auch hier gibt es Alternativen. Viele Produkte lassen sich sterilisieren und wiederverwenden. Zudem gibt es Berufskleidung, Toilettenpapier, Handtücher und vieles mehr fair produziert, CO2-neutral und aus recyceltem Material. Bei Bestellungen von Medikamenten und Materialien sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu häufig kleine Mengen bestellt, sondern dafür lieber seltener Großbestellungen gemacht werden. Das reduziert Versandmaterial und Fahrtwege. Viele Verbrauchsflüssigkeiten wie Ultraschallgel oder Desinfektionslösungen gibt es in nachfüllbaren Großpackungen und häufig auch biologisch, chemiefrei und somit umweltfreundlich. Zusätzlich können Luftfilter Schadstoffe minimieren und elektrische Kleingeräte mit aufladbaren Akkus betrieben werden. Aber auch die richtige Mülltrennung ist in einer Tierarztpraxis ein wichtiger Faktor, genauso wie die Verwendung von Mehrwegmaterialien, dort wo es möglich ist.

Mobilität

Vorbild sein und Mitarbeitende und Kunden animieren klimaneutral zur Arbeit oder zum Termin zu kommen. Das Anbieten von Fahrradständern und Ladestationen für Elektroautos oder eine verkehrsgünstige Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel kann für viele ein guter Anreiz sein. Für Mitarbeitende ein bezahltes Jobticket für die öffentlichen Verkehrsmittel oder auch die Förderung bei der Anschaffung von E-Bikes zu gewähren, steigert die Motivation der Mitarbeitenden und fördert neben dem Umweltschutz auch die Gesundheit. Zudem sollte bei Reisen bspw. zu Fortbildungen auf Fahrgemeinschaften und Reisen mit der Bahn zurückgegriffen werden.

Weiteres wie Ernährung und Papiertüten

Die Verwendung von Glasflaschen und Wasserspendern für Mitarbeitende und Kunden nützt der Umwelt. Aber auch die Abgabe von Medikamenten in kleinen Papiertüten ist ein wichtiger Beitrag, denn Tüten aus speziellem Recyclingpapier sind CO2-neutral produziert, bringen aufgrund ihrer Stabilität die Medikamente sicher nach Hause und können anschließend aufgrund ihrer Reißfestigkeit für die Sammlung von Biomüll verwendet werden.

Beispiele zweier Tierarztpraxen

Die Tierarztpraxis Mörfelden-Walldorf geht in vielen Punkten mit einem guten Beispiel voran. Sie haben ein Umwelt-Management System eingeführt, um weniger Ressourcen zu verbrauchen, Kosten zu senken und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.

Die Kleintierklinik Bremen hat in Zusammenarbeit mit dem TARA Ingenieurbüro Bremen eine Klimabilanz erstellen lassen und sich zum Ziel gesetzt, ihre Emissionen auf ein Minimum zu reduzieren und übrig gebliebene Emissionen zu kompensieren.

Fazit

Klimaschutz lohnt sich nicht nur für das gute Gewissen. Wenn die Tierarztpraxis mit gutem Beispiel voran geht, dann kann sie ein Vorbild für Mitarbeitende und Kunden sein, denn jeder Schritt in Richtung klimaneutral und Umweltschutz ist ein tolles Aushängeschild und wird vielen Tierbesitzer*innen positiv auffallen.

 

Quelle (nach Angaben von):

Deximed: Energiesparen in der Praxis. Energiesparen in der Praxis - DEXIMED – Deutsche Experteninformation Medizin 24.10.2022
vetline -  Schlütersche Fachmedien GmbH (04.10.2021). "4 Tipps für mehr Umweltschutz in der Tierarztpraxis". Im Internet: 4 Tipps für mehr Umweltschutz in der Tierarztpraxis (vetline.de). 12.10.2022.