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Vet-NewsWelche Impfungen braucht das Haustier für die Pension?

Nurse or doctor hand in blue glove holding flu, measles vaccine
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Werden Tiere für einen kurzen Zeitraum in einer Tierpension untergebracht, sollte eine vollständige Impfung gegen die Core-Komponenten erfolgt sein. Der Einsatz von Non-Core-Vakzinen kann unter diesen Umständen ebenfalls angebracht sein.

Impfungen für Hunde
Impfungen für Katzen
Impfungen für Kaninchen
Impfungen für Frettchen

Impfungen für Hunde

Sachkundig geführte Hundepensionen bestehen auf die Vorlage eines lückenlosen Impfpasses der die Core-Vakzinen gegen Tollwut, Leptospirose, Parvovirose, Staupe und HCC aufweist. Aufgrund des erhöhten Expositionsrisikos wird außerdem die Impfung gegen Zwingerhusten empfohlen.

Aufgrund der in Deutschland getilgten terrestrischen Tollwut ist die flächendeckende Impfung von Hunden nicht mehr erforderlich. Dennoch bestehen einige Tierpensionen auf eine Grundimmunisierung gegen Tollwut. Diese bestehend aus 3 Impfungen im Alter von 12 und 16 Wochen sowie 15 Lebensmonaten.

Das Impfschema zur Grundimmunisierung gegen Leptospirose entspricht dem der Tollwut (12 und 16 Wochen, 15 Monate). Im Gegensatz zur Tollwutimpfung erfolgt die Boosterimpfung jährlich.

Die Grundimmunisierung gegen Parvovirose und Staupe umfasst 4 Impfungen. Diese finden in der 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie im 15. Lebensmonat statt. Die Boosterimpfung erfolgt alle 3 Jahre.

Da die HCC aufgrund des guten Impfregimes in Westeuropa nur noch selten vorkommt wird die Impfung nicht mehr als unbedingte Core-Vakzinierung angesehen. Da allerdings mit einer Ausnahme alle derzeit zugelassenen Staupe- und Parvovirose-Impfstoffe auch eine HCC-Komponente enthalten, lässt sich eine Impfung gegen HCC kaum vermeiden. Damit entspricht das Impfschema gegen HCC dem von Parvovirose und Staupe. Der Impfstoff gegen Zwingerhusten wird intranasal verabreicht und bietet dem Hund einen Impfschutz von ca. 1 Jahr.

Impfungen für Katzen

Bei der Katze sind bei einer Unterbringung in der Katzenpension die Core-Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche nachzuweisen.

Die Core-Impfungen beinhalten jeweils eine Injektion in der 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie im 15. Lebensmonat. Wiederholungsimpfungen erfolgen alle 3 Jahre.

Eine Impfung gegen Tollwut gilt bei der Katze als Non-Core-Vakzinierung, da die terrestrische Tollwut in Deutschland getilgt ist. Bei Katzen, die nicht grenzüberschreitend reisen, kann daher auf die Tollwutimpfung verzichtet werden. Gegen Tollwut geimpfte Tiere sind aber nach der nationalen Tollwutverordnung bei einem Kontakt mit seuchenkranken oder seuchenverdächtigen Tieren besser gestellt.

Da in Tierpensionen ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht ist zudem eine Impfung gegen Katzenleukose empfohlen. Das Mindestimpfalter liegt für die meisten Impfstoffe bei 8 Wochen. Zwei Injektionen im Abstand von 3 – 4 Wochen sind erforderlich. Danach sollte zum Abschluss der Grundimmunisierung eine Impfung nach 1 Jahr erfolgen.

Impfungen für Kaninchen

Beim Kaninchen sind Impfungen gegen Myxomatose (Kaninchenpest) und RHD (Chinaseuche) verpflichtend. Eine Impfung gegen Entercolitis und Pasteurellose (Kaninchenschnupfen) wird bei Zuchtbeständen empfohlen.

Gegen Myxomatose kommen vor allem homologe Lebendimpfstoffe auf der Basis von attenuierten Stämmen zur aktiven Immunisierung zum Einsatz. In der Regel erfolgt die Grundimmunisierung ab der 4. - 6. Lebenswoche. In Abhängigkeit vom verwendeten Impfstoff kann eine Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen erforderlich sein. Je nach Impfstoff erfolgen regelmäßige Wiederholungsimpfungen nach 6 Monaten (in Endemiegebieten gegebenenfalls eher).

Bei der Impfung gegen RHD ist darauf zu achten, dass ein Impfschutz gegen die klassische RHD und gegen RHDV-2 besteht. Dazu erfolgt eine 2-malige Grundimmunisierung im Abstand von 14 Tagen. Anschließend sind mindestens ½-jährliche Wiederholungsimpfungen empfehlenswert. Die Impfung gegen Kaninchenschnupfen wird kontrovers diskutiert. Das Risiko für gesunde Tiere, sich mit dem Kaninchenschnupfen-Komplex zu infizieren und daran zu erkranken, ist gering. Eine Impfung kann bei einer bereits stattgefundenen Infektion die Erkrankung sogar forcieren.

Seit Mai 2020 ist ein Impfstoff verfügbar, der den Schutz gegen Myxomatose, RHD und RHDV-2 in einer Impfung vereint. Hier kann mit nur einer Impfung eine Immunität von bis zu 12 Monaten gegen alle 3 Kaninchenseuchen erreicht werden.

Neben dem Einsatz einer stallspezifischen Vakzine ist eine Toxoidvakzine gegen Clostridium perfringens Typ A, den Erreger der Enterocolitis zugelassen. Die Grundimmunisierung erfolgt bei beiden Vakzinen durch 2 Impfungen im Abstand von 3 Wochen. Sie dient der aktiven Immunisierung von Häsinnen vor der Geburt und der aktiven Immunisierung von Jungkaninchen ab der 3. Lebenswoche. Eine Schutzimpfung gegen Enterokolitis hat in der privaten Heimtierhaltung eine untergeordnete Relevanz und scheint vor allem in Zuchtbeständen sinnvoll.

Bei der Impfung gegen Pasteurellose erfolgt ab dem 28. Lebenstag im Abstand von 14 Tagen die Grundimmunisierung. Danach muss alle 6 Monate geimpft werden.

Impfungen für Frettchen

Beim Frettchen sollten die Core-Impfungen gegen Staupe und Tollwut erfolgt sein.

Die Erstimpfung gegen Staupe findet in der Regel mit 8 Wochen statt. Die Zweitimpfung erfolgt mit ca. 12 Wochen, zeitgleich mit einer Tollwutimpfung. Die Auffrischungsimpfungen erfolgen jährlich.


Quelle (nach Angaben von):

bft-online.de (18.04.2015). Hundepension - Impfschutz | Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (bft-online.de). 27.06.2022
StiKo Vet (Januar 2021). Impfempfehlung Hund (tieraerzteverband.de). 27.06.2022
MSD Tiergesundheit. Zwingerhusten - MSD Tiergesundheit Deutschland (msd-tiergesundheit.de). 27.06.2022
Stiko Vet (Januar 2021). Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, 5. Auflage (tieraerzteverband.de). 27.06.2022
Tierarzt Kleinmachnow. Impfungen von Kaninchen - Tierarzt Dr. Busch Kleinmachnow (tierarzt-kleinmachnow.de). 27.06.2022
Herz für Tiere (22.10.2020). Impfkalender für Kaninchen | herz-fuer-tiere.de. 27.06.2022

Kaninchenschutz.de . Impfungen: Myxomatose und RHD | Kaninchenschutz e.V. 27.06.2022