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Vet-NewsWieso Hunde so schnell trocknen

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Hunde besitzen viele beeindruckende Eigenschaften, doch eine davon ist im Alltag für sie besonders hilfreich. Um ihr Fell zu trocknen, nutzen sie einen simplen, aber doch einzigartigen Mechanismus.

Das Fell eines Hundes ist weitgehend »hydrophil«, das heißt, Wasser haftet über Adhäsionskräfte daran. Um diese zu überwinden und Tröpfchen aus dem Fell zu lösen, ist eine entsprechende Gegenkraft nötig. Kleine Tropfen mit wenig Kontakt zu den Haaren fallen in der Regel aufgrund der Schwerkraft allein.

Im Schleudergang

Um das restliche Wasser loszuwerden, schütteln sich viele Tiere. Durch diese Bewegung entstehen Zentripetalkräfte, welche, wenn sie die jeweilige Adhäsionskraft übersteigen, dazu führen, dass sich die Tropfen vom Fell lösen. Aufgrund des Trägheitsprinzips und der Schwerkraft wäre fliegen diese schließlich davon. Ein ähnliches Prinzip findet sich im Schleudergang der Waschmaschine oder des Trockners.

Von oben nach unten

Das Trockenschütteln beginnt im Allgemeinen mit einer schnellen Drehung des Kopfes. Mit einer gewissen Zeitverzögerung folgt der übrige Körper. Interessanterweise rotiert die leicht verschiebbare Haut rotiert noch viel weiter und deutlich schneller als die Wirbelsäule selbst. Die herauskatapultierten Wassertropfen sind Berechnungen zufolge Kräften vom 10- bis 70-Fachen der Gravitation ausgesetzt. Um sich vor Verletzungen durch diese Kräfte zu schützen, schließen die Tiere dabei die Augen.

Beim Schütteln lösen sich zunächst die Tropfen, die nur locker an den Spitzen der Haare sitzen. Die Flüssigkeit aus tieferen Schichten rückt gleichzeitig nach und wird während der nächsten Drehbewegung abgelöst. Das wird so lange fortgesetzt, bis der Nachschub versiegt. Je größer das Tier, desto mehr Schwung entsteht in der Bewegung und desto kleiner ist die Frequenz. Eine Chihuahua müsste sich also mit einer höheren Frequenz schütteln, um Wassertropfen unter sonst gleichen Bedingungen loszuwerden.

 

Quelle (nach Angaben von):

Spektrum.de (10.02.2022). Hunde trocknen im Schleudergang - Spektrum der Wissenschaft. 05.09.2022