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BlogIm bunten Herbst geht der Ernst des Lebens wieder los

Daniela Diepold

Es ist ein schleichender Prozess. Der Sommer macht sich leise aus dem Staub. Erst merkt man es nur an den kühler werdenden Sommernächten, der frischen Luft am Morgen und dem zarten Verfärben der Blätter. Für mich bedeutet dieser Übergang immer, dass der Ernst des Lebens wieder los geht.

Waren es früher der Gang in die Schule und der Beginn des neuen Halbjahres, so ist es jetzt der Start ins neue Semester. In meinem Fall in mein letztes Semester. Unfassbar, dass ich jetzt ins 11. Semester komme, wo ist die Zeit hin?

Zwischen Chaos und Organisation

Unibeginn heißt auch viel Organisation. Die bunten, prall gefüllten Stundenpläne erscheinen mir teilweise immer noch undurchschaubar. Mal ist hier eine Lehrveranstaltung, mal da. Die Wahlfächer müssen auch noch organisiert werden und ich darf bloß nicht die Anmeldefristen verpassen, da die guten Fächer schnell belegt sind. Ich geb´s zu, ich habe noch keinen guten Überblick. Am Anfang eines neuen Semesters denke ich mir oft, dass es nach arg viel aussieht. Da frage ich mich schon, wie ich das mit all meinen Side Projects gebacken bekommen soll, aber bisher ist es sich immer gut ausgegangen. Man muss sich nur gut organisieren. Ohne meinen vollgekritzelten Kalender wäre ich schon lange verloren.

Modulwahl an der Vetmeduni Vienna

Wenn man, wie ich, in Wien Tiermedizin studiert, muss man sich im 10. Semester für ein Haupt- und ein Nebenmodul entscheiden. Mögliche Module können klinisch sein wie Kleintier, Pferd, Wiederkäuer oder Schwein und Geflügel. Es gibt jedoch auch nicht-klinische Module wie Conservation Medicine, Lebensmittelsicherheit und öffentliches Veterinärwesen, Labortiermedizin oder Reproduktionsbiotechnologie. Ich habe als Hauptmodul die Wiederkäuermedizin gewählt und mein Nebenmodul ist Lebensmittelsicherheit und öffentliches Veterinärwesen. Die Module werden nach Notenschnitt verteilt. Das heißt, dass man für beliebte Module einen sehr guten Schnitt braucht. Mit meinem Schnitt von 1,78 bin ich problemlos in das Wiederkäuermodul gekommen. Meine Erstwahl für das Nebenmodul wäre allerdings Conservation Medicine gewesen, bei der man sich mit heimischen Wildtieren und Artenschutz befasst, aber dafür hat es leider knapp nicht gereicht.

Das Sommersemester war im Wiederkäuermodul eher praktisch angelegt mit der klinischen Rotation II auf der Klinik und einigen Übungen, wie z.B. Trächtigkeitsuntersuchungen, auf der VetFarm. Die VetFarm liegt idyllisch in Niederösterreich und ist das Forschungsgut der Vetmeduni Vienna, also im Prinzip ein „normaler“ Milchviehbetrieb. Die Vorlesungen des Nebenmoduls waren alle online und am Ende hatten wir noch eine kleine Rechtsprüfung, die aber gut zu schaffen war. Ich hatte kaum Zeit dafür zu lernen, weil ich grad Schlachthofpraktikum hatte, aber es ging sich schon aus.

Ausblick auf viele Präsentationen im Wintersemester

Es ist immer schlau sich mit Leuten aus höheren Semestern auszutauschen, damit man schon mal eine grobe Ahnung bekommt, was einen im nächsten Semester erwarten wird. Laut Buschfunk soll das Wintersemester ziemlich vollgepackt sein mit Präsentationen. In der Schule habe ich Referate gehasst wie die Pest. Mittlerweile stört es mich nicht mehr Vorträge zu halten. Für Tierernährung, und Orthopädie müssen wir die Ergebnisse, die wir im Sommer auf Betrieben gesammelt haben, auswerten und präsentieren. Das ist super, weil man einen praktischen Bezug hat, hört sich aber auch nach viel Aufwand an.

Worauf ich mich schon sehr freue, ist die Woche in Innsbruck. Dort lernen wir die kleinstrukturierten Tiroler Betriebe kennen und erfahren hoffentlich einiges über den Wiederkäuer im Alpenraum. Das wird dann unsere letzte „Klassenfahrt“. Ach, da kommt gleich Wehmut auf. Wenn sich etwas dem Ende neigt, werde ich doch immer etwas nostalgisch, auch wenn ich froh bin, endlich in den Beruf zu starten. Das Studium ist eine prägende Zeit und es macht mich traurig, dass ich meine liebgewonnenen Kommiliton*innen dann nicht mehr so oft sehen werde.

Das Lebensmittel-Nebenmodul wird auch wieder online sein. Es erwarten mich Fächer wie Tierschutz bei Transport und Schlachtung, Lebensmitteltechnologie und vertiefende Aspekte hinsichtlich Schlachttier- und Fleischuntersuchung. Ich bin gespannt.

Ausblick auf die letzten Prüfungen des Studiums

Anfang Januar steht noch die Modulprüfung an. Die dauert um die 3 Stunden und ist mündlich. Dafür werde ich einiges lernen müssen. Mündliche Prüfungen sind naturgemäß stressiger als schriftliche. Allein, dass man dem/der Prüfenden gegenübersteht, erhöht den Druck. Schließlich will man sich nicht blamieren. Ein Blatt Papier verurteilt dich nicht, wenn du Blödsinn redest, ein/e Prüfer*in jedoch schon. Dazu kommt noch die Gerichtsprüfung, die auch nicht ganz ohne ist.

Sind die Prüfungen geschafft, fehlen nur noch paar Wochen Praktikum, die Diplomarbeit muss noch finalisiert werden und zack bin ich Tierärztin.

Ich bin gespannt auf das Semester und werde versuchen, es in vollen Zügen zu genießen, denn so eine Zeit kommt nie mehr!