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BlogUnd dann ist das 8. Semester auch schon geschafft…

Erst die Theorie, dann die Praxis, vor allem in der Chirurgie sind theoretische Grundlagen Voraussetzung für die richtige Umsetzung am Tier. Meine Universität bietet viele Übungsmöglichkeiten, bevor die Examensprüfung ansteht.

Merle Unger

Mit dem Beginn jedes neuen Semesters fühlt es sich für mich immer so an, als würde man mit Aufgaben konfrontiert, die ewig lange brauchen werden. Man bekommt die Übersicht, wie viele Tests und Examen man im Semester schreiben wird und was noch alles vor einem liegt. Und kaum ist man so richtig im Semester drin, sind alle Tests geschrieben und das Examen steht an.

Bei uns ging das 8. Semester noch schneller um, da wir die letzten 4 Wochen im Praktikum sind. Bevor das Praktikum aber losgeht, mussten wir noch ein Examen im Chirurgie-Kurs schreiben. Hier an der Uni dürfen wir Studenten die Examensplanung größtenteils selbst übernehmen. Das bedeutet, dass wir, in Absprache mit den Professoren, die Daten und Zeiten für das Examen selbst bestimmen können. Da wir in diesem Semester nur eine Prüfung haben, haben wir diese vor Beginn des Praktikums gelegt, denn somit kann man sich eine weitere Reise zur Uni nach dem Praktikum sparen.

Von der Theorie ganz schnell in die Praxis

Mit Chirurgie fangen wir im 5. Semester an und lernen dort zunächst die Theorie. Wir haben praktische Übungen im Simulationsraum, wo wir nähen, Venenkatheter schieben und andere Dinge, die für die Chirurgie wichtig sind, in Ruhe üben können. Im 6. Semester geht es dann richtig in die Klinik und wir dürfen das Gelernte am Tier umsetzten. Auch Kastrationen dürfen wir durchführen, natürlich mit Unterstützung und unter Aufsicht der Professoren. Im 7. und 8. Semester startet dann die Kleintier-Chirurgie, in der wir im theoretischen Teil alle gängigen Operationen und die dazugehörige Diagnostik besprechen. Im praktischen Teil sind wir mit unserer Professorin in der Klinik und assistieren bei allem, was an dem Tag ansteht. Meistens sind dies Operationen, es kann aber auch Tage geben, an denen man mit in die Sprechstunde geht oder es werden, wenn keine Operation geplant ist, alte Fälle besprochen. Letztes Semester hatte meine Gruppe einige Tage, an denen keine Operationen anstanden und wir dann viele Röntgenbilder besprochen oder auch andere Diagnostik durchgeführt haben, wie zum Beispiel Feinnadelaspirationen. Ich fand es sehr schade, dass uns da einige OP-Möglichkeiten entgangen sind. Aber irgendwie gehört es auch zu diesem Beruf, dass nicht alles perfekt im Voraus geplant werden kann und die Zeit wurde ja trotzdem sinnvoll genutzt.

Jeder Bereich kann geübt werden

In diesem Semester hatten wir dann aber regelmäßig jede Woche Operationen. Es gab zum Beispiel eine Vorderbeinamputation, Nephrektomie, perineale Hernie, Mammatumore und Kastrationen. Für die Operationen teilen wir die Aufgaben in den Gruppen auf. So ist dann einer der Assistent und operiert mit, einer hilft bei der Anästhesie, kalkuliert die Medikamente und bereitet diese vor. Dann werden noch der Venenkatheter und das Intubieren aufgeteilt und natürlich die Vorbereitung des Patienten für die OP sowie den Operationsraum und die Chirurgen. Somit hat jeder die Möglichkeit praktisch etwas zu tun und alle Bereiche können geübt werden. Nur manchmal, wenn mehrere Gruppen gleichzeitig dort sind, wird es in der Klinik etwas voll. Aber meistens ist dies eher im Vorbereitungsraum und die Operateure verteilen sich dann recht schnell auf die unterschiedlichen Räume. 

Ich finde dieses Konzept der praktischen Übungen, gerade in Chirurgie, sehr gut und habe immer das Gefühl viel zu lernen und vor allem auch meine praktischen Fähigkeiten zu vertiefen. Denn auch die Tierärzte erklären einem gerne alles und man braucht keine Angst haben Fragen zu stellen. Zudem fällt es mir leichter, die Theorie zu behalten, wenn ich die Operation schon einmal live gesehen habe.