Georg Thieme Verlag KG
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Der Königspython (Python regius) ist die beliebteste und am häufigsten gehaltene Riesenschlange und zählt zu den ungiftigen Würgeschlangen. Dafür spricht die eher geringe Körpergröße, die Farbenvielfalt und Zeichnungsmuster und das sehr umgängliche Verhalten. Doch häufig werden die Tiere ohne Vorwissen angeschafft, falsch gehalten und leiden dann an haltungsbedingten Erkrankungen.

In der Natur lebt der Königspython im feuchtwarmen Klima Westafrikas, hier ist der Lebensraum gras- und buschbewachsen mit einem geringen Baumbestand. Zudem liegt die durchschnittliche Tagestemperatur zwischen 30-35°C in Kombination mit einer mittleren Luftfeuchtigkeit von 70%, außerdem sinken die Temperaturen nachts nur geringfügig ab. Den Tag verbringen Königspythons meist in dunklen Bauten, denn sie sind sehr sicherheitsbedürftige Tiere und wenig wehrhaft. Sie bevorzugen dabei sehr enge Höhlen, in denen sie Kontakt zu Wänden und der Decke haben, denn dieser Kontakt verleiht den Tieren Sicherheit. Wurde ein geeignetes Versteck gefunden, sind die Schlangen hier sehr standorttreu und verlassen die Höhle nur zur Nahrungs- oder Partnersuche und so verbringen sie den größten Teil ihres Lebens bewegungsinaktiv im Verborgenen. Die Nahrungssuche erfolgt als dämmerungs- und nachtaktiver Lauerjäger meist in den ersten Stunden nach Sonnenuntergang. Hier werden dann meistens Kleinsäuger und Vögel verspeist.

 

Parameter

Physiologischer Bereich

Körperlänge

90 – 120 cm, teilweise auch bis 180 cm

Lebenserwartung

über 30 Jahre

Trächtigkeitsdauer

120-130 Tage

Besonderheit

rollt sich bei Gefahr zusammen („ball python“)

Herzfrequenz

abhängig von Temperatur, Körpergröße, -gewicht und Atemfrequenz

Am besten geeignet sind Terrarien, die sich gut reinigen lassen und möglichst nur von einer Seite einsehbar sind, sodass das Sicherheitsbedürfnis der Tiere bedient wird. Dabei sollte das Terrarium mindestens so lang wie die Körperlänge der Schlange, die Breite mindestens die Hälfte der Körperlänge und die Höhe mindestens dreiviertel der Körperlänge entsprechen. Das sind die Mindestangaben für zwei Tiere gleicher Größe, für jedes weitere Tier kommen mindestens 20% des Volumens hinzu. Dabei ist aber auch zu beachten, dass die Terrariengröße mit der Schlange mitwachsen sollte, denn ein Jungtier würde in einem zu großen Terrarium zu schnell auskühlen und sich zudem nicht wohl fühlen. Zudem sollte das Terrarium an einem ruhigen, möglichst störungsfreien Platz stehen, hierfür wäre ein separates Zimmer das Optimum, damit auch die Klimaverhältnisse möglichst konstant gehalten werden können und die nächtliche Mindesttemperatur 23°C nicht unterschreitet.

Der Boden des Terrariums kann mit unterschiedlichen Materialen ausgestatte sein, sollte dabei aber feuchtigkeitsspeichernd, leicht zu reinigen und staubfrei sein. Hierfür eignen sich beispielsweise Zeitungspapier, Mulch, Späne oder Erde.

Eine Gruppenhaltung sollte auf jeden Fall vermieden werden, denn Königspythons sind Einzelgänger. Zwar gibt es meist keine großen Kämpfe oder andere Aggressionen, jedoch ist das Stresslevel zusammengehaltener Tiere häufig sehr groß, was wiederum zu negativen gesundheitlichen Folgen führt.

Eine ausreichende Beleuchtung ist ebenso wichtig wie die optimale Temperatur und Luftfeuchte. Die Beleuchtungsdauer sollte dabei ganzjährig 12 Stunden betragen mit einem regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus und einem unbeleuchteten Versteck. Die Belichtungsquelle sollte dabei auch immer gleichzeitig als Wärmequelle dienen, jedoch sollte hier auf die Verbrennungsgefahr geachtet werden. Die Temperaturen im Versteck sollten folglich dauerhaft und möglichst ohne Schwankungen bei 31-32°C liegen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit von ca. 80%. Im übrigen Terrarium darf die Temperatur zwischen 26 bis 33°C schwanken und sollte nachts auf 23°C gesenkt werden mit einer Luftfeuchtigkeit von vorzugsweise über 60%.

 

Schlangen sind ausschließlich carnivor und sollten demnach mit lebenden oder toten Futtertieren gefüttert werden. Zur Fütterung geeignet sind dabei diverse Kleinnager verschiedener Altersstufen. Die Größe des Futtertieres und die Frequenz der Fütterung richtet sich dabei nach dem Alter und der Größe der Schlange. So sollten Jungtiere bis 6 Monate alle 5 bis 7 Tage, Halbwüchsige alle 10 bis 14 Tage und Adulte aber einer Körperlänge von ca. 90 Zentimetern alle 14 bis 21 Tage gefüttert werden. Zu Beachten ist aber auch, dass während der Häutungsphase keine Fütterung stattfindet, diese dauert ca. 1 bis 2 Wochen und kündigt sich durch die Trübung der Augenlider an. Auch die Fütterungszeit sollte beachtet werden, denn eine Fütterung am Tage würde zur Verweigerung des Futters führen, da die Tiere dämmerungs- und nachtaktiv sind und somit stets am Abend gefüttert werden sollten.