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Hund und KatzeDurchfall beim Welpen - Was ist wichtig?

eating bernese mountain dog puppy
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Ein Welpe mit Durchfall kann schnell zu einem ernsten Problem werden. Doch was ist zu tun, wenn der Welpe Durchfall hat – spezielle Diät oder nüchtern lassen?

10-25% aller Hundewelpen leiden innerhalb des ersten Lebensjahres unter Verdauungsproblemen. Gerade die Absetzphase ist ein anfälliges Alter mit einem hohen Risiko für den Welpen. Doch welches Futtermittel oder welche Fütterungstechnik eignet sich für einen Welpen mit Verdauungsproblemen wie Durchfall am besten?

Das Risiko der Absetzphase

Gerade die Umstellung von Muttermilch auf feste Nahrung bringt viele Veränderungen in der Darmflora und den Verdauungsaktivitäten mit sich. In Kombination mit dem noch nicht ausgereiften Immunsystem führt das zu einer erhöhten Anfälligkeit der Welpen für Durchfallerkrankungen unterschiedlichster Ursache. Eine Durchfallerkrankung kann für einen Welpen sehr schnell gefährlich werden, da die Nährstoffe aus der Nahrung nicht optimal genutzt werden können und so das Wachstum und die Entwicklung verzögert werden können. Zudem ist Durchfall oft mit einem hohen Flüssigkeitsverlust verbunden und es kann so schnell zur Austrocknung des Welpen kommen. Zusätzlich stellt eine gestörte Darmbarriere eine gute Eintrittspforte für zahlreiche Krankheitserreger dar. Auch hier sind Welpen deutlich stärker gefährdet als adulte Hunde, da ihr Immunsystem noch nicht ausreichend ausgebildet ist. So gehören schwere, blutige Durchfälle bei Welpen unter einem Jahr zu den Haupttodesursachen.

Magen-Darm-Diäten

Eine Diätnahrung für Welpen mit Durchfall stimmt in vielen Kriterien mit der für einen erwachsenen Hund überein: Die Nahrung sollte hochverdaulich, energiedicht und hygienisch einwandfrei sein. Es gibt jedoch einige Unterschiede zum adulten Hund, die beachtet werden sollten, gerade hinsichtlich des Nährstoffprofils. Ein Welpe befindet sich im Leistungsstoffwechsel der Wachstumsphase und hat deshalb einen höheren Bedarf an Nährstoffen und hier vor allem an Protein, Kalzium und Phosphor. Zudem muss die diätetische Behandlung beim Welpen besonders schnell und effizient erfolgen, da sonst gravierende, gesundheitliche Folgen drohen. Außerdem sollte nie nur eine symptomatische Behandlung erfolgen, sondern es sollten immer auch zusätzlich die Abwehrkräfte gestärkt werden, denn häufig sind infektiöse Ursachen bei Welpen das Problem. Die Kotqualität sollte immer im Vergleich zum adulten Hund und in Bezug zum Alter und zur Größe beurteilt werden.

Auch die Technik ist von Bedeutung

Auch die Technik der Fütterung ist entscheidend, denn die Futtermenge sollte nicht zu groß sein, damit der Verdauungstrakt nicht überlastet wird. Am besten sollten Welpen unter 6 Monaten daher mindestens 4 Mahlzeiten pro Tag erhalten. Außerdem sollte ein hochverdauliches und energiereiches Futter gefüttert werden wie beispielsweise die Junior-Nahrung von ROYAL CANIN. Auch muss beachtet werden, dass ein Welpe, der aufgrund von Erbrechen und Durchfall schon länger als einen Tag nicht gefressen hat, vorsichtig wieder angefüttert werden sollte. Beginnend mit einer kleinen Tagesfuttermenge (max. 25%), wird diese innerhalb von 3 – 7 Tagen schrittweise auf 100% der Tagesration erhöht.

Lieber mal nüchtern lassen?

Der kurzzeitige, vollständige Entzug der Nahrung wird bei akuten, unkomplizierten Durchfällen empfohlen – und führt nicht selten zur schnellen Lösung des Problems. 24 – 48 h Nüchternzeit werden initial für adulte Hunde empfohlen. Beim Welpen sollten es nicht mehr als 12 – 24 h sein, denn eine Unterbrechung der Nährstoffzufuhr über den Darm schwächt die Darmschranke. Auch sollte die Nüchtern-Methode nur bei Welpen mit unkompliziertem in Erwägung gezogen werden. Für schwerer erkrankte Welpen gilt: Nach Möglichkeit mit kleinen Mengen (max. 25% der Tagesration, verteilt auf viele kleine Mahlzeiten) „durchfüttern“, um die Darmschleimhautzellen mit Nährstoffen und Energie zu versorgen und so die Darmbarriere zu stabilisieren.

Fazit

Durchfallerkrankungen müssen beim Welpen ernst genommen, zügig und effizient behandelt werden: Die Diätetik zielt dabei auf eine für das Wachstum bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen und Energie bei gleichzeitiger Entlastung des Verdauungstrakts ab. Weitere Ziele sind eine Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte und eine Stabilisierung der Darmbarriere, die beim Welpen noch nicht voll ausgereift ist.

 

Der Originalartikel zum Nachlesen:

Rade, C. Der Welpe mit Durchfall: womit, wie oder gar nicht füttern? tk 2018; 14(04): 14-15. DOI: 10.1055/a-0726-2006

Dr. Claudia Rade ist Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik.

Der Originalartikel "Der Welpe mit Durchfall: womit, wie oder gar nicht füttern?" erschien in der team konkret.