
Bei vielen Patienten mit Nierenerkrankungen kann eine Erhöhung des Blutdrucks beobachtet werden. Diese scheint besonders ausgeprägt bei glomerulären Erkrankungen und Proteinurie zu sein. Der Blutdruck kann auf verschiedene Arten gemessen werden.
Invasive Blutdruckmessung als Goldstandard
Die genaueste Methode („Goldstandard“) zur Bestimmung des arteriellen Blutdruckes ist die invasive (direkte) Blutdruckmessung. Dafür wird ein arterieller Zugang (i.d.R. dorsal am Metatarsus) benötigt sowie ein Monitoringsystem, das den Verlauf des arteriellen Blutdruckes über einen Transducer kontinuierlich aufzeichnet.
Nicht-invasive Blutdruckmessung als Alternative
Aufgrund der Invasivität und Kosten der direkten arteriellen Methode wird der Blutdruck meistens nicht invasiv mittels oszillometrischer oder Doppler-Methode gemessen.
Die meisten Blutdruckmessgeräte messen den Blutdruck mittels oszillometrischer Blutdruckbestimmung (Abb. 1). Dabei wird mit einer aufblasbaren Manschette der Blutstrom in der Arterie unterbrochen und während dem Ablassen des Druckes die Oszillationen der Gefäßwand registriert.
Bei beiden Arten der indirekten Blutdruckmessung ist die Manschettenbreite von Bedeutung. Diese sollte an der Stelle der Blutdruckmessung ca. 40 % des Beinumfangs betragen.
Zur Ermittlung von Durchschnittswerten sollten der 1. Wert verworfen (Gewöhnung an das Gerät) und mindestens 5 vergleichbare (< 20 % Variation) Messungen unter stressarmen Bedingungen durchgeführt werden. Hierbei kann es hilfreich sein, den Blutdruck zusammen mit dem Besitzer vor der eigentlichen klinischen Untersuchung zu messen. In einem Standardprotokoll sollten die Position des Hundes (sitzend/stehend/liegend), die verwendete Manschettengröße und welche Gliedmaße verwendet wurde erfasst werden.
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Eine weitere Art den Blutdruck zu bestimmen, ist die Doppler-Methode. Damit kann jedoch nur der systolische Blutdruck bestimmt werden. Das Prinzip besteht darin, mit einer Ultraschallsonde den Puls am ventralen Metacarpus oder Metatarsus hinter dem großen Pfotenballen aufzuzeichnen (hörbares Signal) und anschließend mit der Druckmanschette den Blutfluss zu unterbrechen (kein Signal mehr hörbar). Danach wird langsam der Druck aus der Manschette abgelassen. Der systolische Blutdruck entspricht dem Manometer-Druck, bei dem erstmals die Pulswelle wieder gehört werden kann.
Einheitliche Messbedingungen
Der Blutdruck sollte nach Möglichkeit immer am gleichen Bein und in gleicher Position (liegend) gemessen werden. Die nicht-invasive Blutdruckmessung kann sowohl an der Vordergliedmaße (am Unterarm oberhalb des Karpus) als auch an der Hintergliedmaße (am Metatarsus) oder am Schwanzansatz durchgeführt werden. Stimmt die angezeigte Herzfrequenz nicht mit der per Stethoskop bestimmten überein, sind die angegebenen Blutdruckwerte nicht zuverlässig und die Messung muss wiederholt werden. In der Regel werden mind. 3–5 Messungen durchgeführt.
Cave
Alle nicht invasiven Blutdruckmessgeräte messen im tiefen Bereich, d.h. beim Schockpatienten oder bei Hypothermie, sehr ungenau. Die Interpretation hat deshalb unter Einbezug der klinischen Symptome zu erfolgen.
Die Originalartikel zum Nachlesen:
(RG)