Georg Thieme Verlag KG
Vet

Suchergebnisse zur Ihrer letzten Suchanfrage

Vet-NewsRevolution in der Küken-Industrie

WONG SZE FEI/stock.adobe.com

Zu Ehren des US-amerikanischen „National Egg-Day“ am 3. Juni werden in diesem Beitrag aktuelle tierschutzrechtliche Aspekte zur Eiproduktion vorgestellt.

Jährlich schlüpfen in Deutschland circa 45 Mio. männliche Küken aus Eiern und werden direkt im Anschluss getötet. Am 9. September 2020 legte das Bundeslandwirtschaftsministerium einen Entwurf vor, um diese Praktik zu beenden. Das Ziel: ein flächendeckendes Verbot des Tötens von Küken ab Ende 2021.

Alternativen zum Kükentöten

Neben Bruderhähnen und dem Zweinutzungshuhn ist die Geschlechtsbestimmung im Brutei eine Option, mit der die Bebrütungen männlicher Küken frühzeitig abgebrochen und diese Eier etwa als Futtermittel verwendet werden können. Die Geschlechtsbestimmung findet dabei mittels spektroskopischer oder endokrinologischer Verfahren statt.
 

Letzteres wurde von einem Team der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig entwickelt: Hierbei werden dem Ei zur Hormonanalyse einige Tropfen embryonalen Harns entnommen und mittels Marker nach einem Hormon weiblicher Embryonen gesucht. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, an welchem die Embryonen noch keinen Schmerz empfinden.
 

Beim spektroskopischen Verfahren werden die Eier etwa vier Tage lang bebrütet. Dann wird ein spezieller Lichtstrahl in das Ei-Innere geschickt. Das Geschlecht wird durch eine Analyse des reflektierten Lichts bestimmt. Von der Geschlechtsbestimmung bekommen die sich entwickelnden Küken nichts mit.

Änderung des Tierschutzgesetzes zugunsten der Küken

Am 1.1.2022 trat auf Grundlage eines Gerichtsurteils von 2019 schließlich auch eine Änderung des Tierschutzgesetzes in Kraft. Mit dem neuen §4c TSchG, ist das Töten eines geschlüpften Eintagskükens endlich auch gesetzlich verboten.

Ab dem 1.1.2024 soll zudem das Töten von Hühnerembryonen im Ei nach dem 6. Bebrütungstag untersagt werden. Ab diesem Zeitpunkt ist die beginnende Entwicklung des Schmerzempfindens nicht auszuschließen, wodurch eine schmerzlose Tötung unmöglich wird.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle Beteiligten für die engagierte Forschung und harte Arbeit in diesem Bereich, die dazu beigetragen haben, dass das Schreddern von Küken nun endlich der Vergangenheit angehört.
 

Quellen (nach Angaben von):

BMEL - Tierschutz - Ausstieg aus dem Kükentöten (15.09.2020)
Universität Leipzig: Durchbruch: Gemeinsam Kükentöten beenden! (uni-leipzig.de) (15.09.2020)
BMEL - Tierschutz - Ausstieg aus dem Kükentöten (28.01.2022)
TierSchG - Tierschutzgesetz (gesetze-im-internet.de) (13.05.2022)