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Vet-NewsDie Nosferatu-Spinne auf dem Vormarsch!

Zoropsis spinimana on a branch. Spider species belonging to the
OlivierLaurentPhotos / stock.adobe.com

Eine neue Spinnenart wird in Deutschland heimisch. Sie ist nicht nur besonders groß, sie kann mit einem Biss auch die Haut eines Menschen durchdringen.

Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) zählt zu den Echten Webspinnen und stammt ursprünglich aus der westlichen Mittelmeerregion bis hin zum Südrand der Alpen und Nordafrika. Dort lebt sie normalerweise versteckt im Wald zwischen Steinen und Rinden. Teilweise ist sie in ihrer Heimat jedoch auch an Häuserwänden zu finden. Da es auch in Deutschland immer wärmer wird, breitet sich das Spinnentier auch hier immer weiter aus.

Groß und haarig!

Die männliche Nosferatu-Spinne wird insgesamt bis zu sechs Zentimeter, die Weibchen sogar bis zu sieben Zentimeter groß. Ihr Körper ist gelb- bis ockerfarben und zeigt weiße und schwarze Verzierungen. Der Vorderteil der Spinne ist eher rundlich, das Hinterteil hingegen oval. Das Besondere an der Spinne ist, dass sie Hafthaare an den Füßen hat. Dadurch ist es ihr möglich, auch an sehr glatten Oberflächen wie beispielsweise Glas entlangzuklettern. Darüber hinaus fängt sie ihre Beute nicht mit Fangnetzen. Vielmehr springt sie die potenzielle Nahrung an, beißt zu und injiziert ihr Gift. Aufgrund ihres Talents bei der Jagd kann die Spinne auch wesentlich größere Hausspinnen – wie beispielsweise die Hauswinkelspinne (bis zu zehn Zentimeter) – erlegen.

Die Zoropsis spinimana zählt zu den Kräuseljagdspinnen, und nicht, wie teilweise behauptet wird, zu den Wolfsspinnen. Der Unterschied liegt in den Fäden, die sie erzeugen. Bei Kräuseljagdspinnen ist es eher eine feine Fangwolle (Kräuselfangfäden), bei Wolfsspinnen hingegen ist sie etwas gröber und klebrig.

Giftig – Ja oder nein?

Die Spinne kann mithilfe ihres Mundwerkzeuges bei einem Biss auch Gift injizieren. Dieses nutzt sie vor allem für ihre Beute. Allerdings kann es auch vorkommen, dass die Nosferatu-Spinne einen Menschen beißt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn sie sich bedroht oder in die Enge getrieben fühlt oder eine anderweitige von dem Menschen ausgehende Gefahr fürchtet. Ihr Biss ist in dem Fall jedoch "nur" schmerzhaft und für die meisten ungefährlich. Ausnahmen gelten hier für Allergiker. Die Intensität des Schmerzes soll mit einem Bienenstich vergleichbar sein. Nach einem Biss kann es zu Rötungen und Schwellungen der Haut kommen. Die Stelle sollte daher gekühlt werden. Erfolgt nach wenigen Tagen keine Linderung, ist ein Arztbesuch nötig. Dieser kann entsprechende Arzneien verschreiben.

Nosferatu in Sicht - Was tun?

Vor allem im Herbst ist die Nosferatu-Spinne häufiger zu sehen. Denn zu dieser Jahreszeit paart sie sich. Wichtig bei einer Sichtung ist es, Abstand zu bewahren, da sich das Spinnentier sonst bedroht fühlen kann. Ist sie im Gebäude, kann sie gefangen werden. Wichtig dabei ist: Die Nosferatu-Spinne sollte nicht verletzt oder getötet werden. Wird sie gesichtet, sollte sie daher mit einem großen Behälter gefangen und in der Natur beziehungsweise weiter entfernt im Grünen wieder ausgesetzt werden.

Sichtungen, aber auch Vorfälle wie Bisse sollten dem Naturschutzbund Deutschland gemeldet werden. Darüber hinaus können Informationen auch zu Forschungszwecken dem Atlas der Spinnentiere Europas mitgeteilt werden.

Gut versteckt und nachtaktiv!

Wie viele Spinnenarten hält sich die Nosferatu-Spinne hierzulande gerne in Gärten (Vogelnistkästen), auf Balkonen, in Gartenhäusern und in Garagen auf. In kühleren Regionen oder Jahreszeiten hält sich die Spinne häufiger in Gebäuden auf. Tagsüber versteckt sich die Spinne. Sie ist eher dämmerungs- oder nachtaktiv.

 

Quelle (nach Angaben von):

Buchholz, Jennifer (22.08.2022). "Nosferatu-Spinne: Wie gefährlich ist die neue, giftige Riesenspinne?". Im Internet: Nosferatu-Spinne: Wie gefährlich ist die neue, giftige Riesenspinne? (t-online.de). 24.08.2022