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BlogJournal Club und Kühe besamen - Welcome back to Vetmeduni Vienna

Daniela Diepold

Wir befinden uns im goldenen Oktober und somit auch schon wieder mitten im hektischen Unileben. Der Übergang aus den sommerlichen Semesterferien hin zum Unistart fällt mir immer gar nicht so leicht.

Ich bin ein Mensch, der gern 100 Projekte auf einmal macht und somit ist meine Zeit oft knapp. Zurück im Vollzeitstudium verschieben sich dann auch die Prioritäten und ich muss meine Aufmerksamkeit wieder mehr auf das Studium legen.

BWL-Grundlagen schaden nie

Die erste Uniwoche hat jedoch recht entspannt begonnen, da alles komplett online war. Mittlerweile bin ich ein großer Fan von Onlinevorlesungen, da sie einem doch vieles erleichtern. Man spart sich den Weg zur Uni, kann in den Pausen was kochen, aufräumen oder sonstige Kleinigkeiten erledigen und ist rundum effektiver. In Verbindung mit den Übungen vor Ort am Campus finde ich das wirklich super. Inzwischen werden auch viele Vorlesungen als Hybridveranstaltungen angeboten.

Jetzt im 11. Semester haben wir ein paar Vorlesungen und Übungen namens Ökonomie für Veterinärmediziner. Ich finde es gut, dass wir auch ein paar betriebswirtschaftliche Grundlagen bekommen, denn dieses Wissen fehlte uns bis dato. Egal, was Boulevardblätter unwissenden Tierhaltenden einreden wollen, die wenigsten Tierärzt*innen wissen, wie sie angemessen abrechnen sollen und machen kaum Gewinn. Natürlich ist man nach diesen paar Vorlesungen kein BWLer, aber zumindest hat man schon mal einen ersten Zugang zur Thematik bekommen.

Meine Diplomarbeit gibt´s auch noch

Eine weitere Lehrveranstaltung ist Wissenschaft in der Veterinärmedizin. Diese Vorlesung soll uns das Schreiben der Diplomarbeit erleichtern. Hier in Wien muss man spätestens im 12. Semester eine wissenschaftliche Arbeit schreiben. Ich habe ein Thema aus der Mikrobiomforschung gewählt, was ich wirklich sehr spannend finde. Die Laborarbeit dazu ist auch schon lange im Kasten, es ist aber mühsam mit dem Schreiben weiterzukommen, da immer irgendetwas dazwischenkommt. Hallo Prokrastination. In der Vorlesung wurden uns verschiedene Zitierprogramme vorgestellt und wir sollen ein paar Übungen diesbezüglich erledigen.

Es ist ein Wahnsinn, kaum hat man eine Woche Uni, schwirren einem schon wieder gefühlt 100 Deadlines über dem Kopf, die sich manchmal anfühlen wie ein Damoklesschwert. Ich kann es nicht oft genug sagen, aber ohne Kalender wäre ich wirklich aufgeschmissen.

Besamen muss gelernt sein

Was bisher besonders spannend war, waren die Besamungsübungen auf der VetFarm. Wir hatten eine theoretische Einheit, wo wir am Simulator geübt haben und Besamungspipetten zusammengebaut sowie uns Rindersperma unter dem Mikroskop angeschaut haben.

Die anderen zwei Einheiten waren praktisch am Rind. Man kann echt sagen was man will, aber Rinder besamen ist wirklich alles andere als ein Spaziergang. Es ist unglaublich mühsam die Zervix zu greifen und diese Pipette durchzufädeln. Danach spürt man seine Arme nicht mehr und hat das Gefühl, dass man mehr als unfähig ist. Ich war danach schon etwas geknickt, da es nicht wirklich geklappt hat. Ich werde schauen, dass ich einen Besamungskurs mache, denn ich muss das unbedingt können. Bei unserer klinischen Rotation letztes Jahr haben wir auch mal Sauen besamt und es ist wirklich krass, wie viel leichter das funktioniert. Mühsam, dass es bei der Kuh so schwierig sein muss.

Journal Club und weißer Spritzer

Aktuell haben wir noch Journal Clubs, wo Gruppen verschiedene Paper vorstellen, die wir dann gemeinsam besprechen.

Ich finde es schön, wieder zurück an der Uni zu sein, über den weitläufigen Campus zu radeln und meine Freunde wieder regelmäßig zu sehen. Denn nach den Vorlesungen darf ein genüsslicher weißer Spritzer im botanischen Garten nicht fehlen. Genauso wenig wie gemütliche Abende auf der Dachterrasse einer Freundin mit einem traumhaften Ausblick über die Dächer Wiens. Letztens in der Vorlesung meinte ein Professor, dass wir schon wieder am Ende des Semesters sind. Wir haben gelacht, denn eigentlich hat das Semester erst vor 3 Wochen gestartet. Mittlerweile fühlt sich jedoch wirklich alles etwas nach dem Ende einer Ära an und dadurch wird alles wertvoller und die Nostalgie hält bereits etwas Einzug. Spätestens bei der nächsten Prüfung wird die Nostalgie jedoch vom akuten Stress abgelöst und dann schaut die Welt wieder ganz anders aus.